Zum Inhalt springen
Alpen-Fire CMS

Feuerwehr-Website barrierefrei machen: was gilt

Barrierefreiheit heißt, dass eure Seite auch mit schlechten Augen, mit der Tastatur und mit einer Vorlesesoftware benutzbar ist. Fünf Punkte davon liegen bei euch, der Rest bei dem, der die Seite gebaut hat.

7 Minuten LesezeitStand: August 2026

Worum es geht

Barrierefreiheit im Web ist kein Zusatz für wenige. Sie betrifft ältere Menschen mit nachlassendem Sehvermögen, Leute mit einer Farbschwäche und alle, die bei Sonne auf ein Handydisplay schauen.

In eurer Gemeinde ist das ein spürbarer Teil der Bevölkerung. Eine gut lesbare Seite ist für alle besser, nicht nur für Betroffene.

Wer wozu verpflichtet ist

Für Websites öffentlicher Stellen gelten in Österreich besondere Vorgaben. Ob und in welchem Umfang eure Wehr darunter fällt, hängt von der Rechtsform und von der Landesgesetzgebung ab, und das ist von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Klärt das nicht anhand von Beiträgen im Netz. Fragt euren Landesfeuerwehrverband, ob es für eure Wehren eine Vorgabe oder eine Empfehlung gibt.

Unabhängig davon gilt: die fünf Punkte unten sind ohnehin sinnvoll, und niemand muss auf eine Vorgabe warten, um sie umzusetzen.

Punkt 1: Alternativtexte für Bilder

Jedes Bild bekommt eine kurze Beschreibung. Eine Vorlesesoftware liest sie vor, und sie erscheint, wenn ein Bild nicht lädt.

Beschreibt, was zu sehen ist, nicht was das Bild soll. "Rüstlöschfahrzeug vor dem Zeughaus" statt "Bild1" oder "Feuerwehr".

Rein schmückende Bilder brauchen keinen Text. Ein leerer Alternativtext ist dort richtig, kein erfundener.

Punkt 2: Überschriften in der richtigen Reihenfolge

Eine Seite hat eine Hauptüberschrift, darunter Zwischenüberschriften. Wer mit einer Vorlesesoftware arbeitet, springt daran entlang.

Benutzt Überschriften nicht, um Text größer zu machen. Das ist der häufigste Fehler beim Schreiben von Beiträgen.

Punkt 3: Verständliche Verweise

Ein Verweis sagt, wohin er führt. "Einsatzbericht vom 14. April" statt "hier klicken".

Das hilft nicht nur Vorlesesoftware. Es hilft jedem, der eine Seite überfliegt.

Punkt 4: Kontrast und Schriftgröße

Grauer Text auf hellgrauem Grund ist die häufigste Barriere überhaupt, und sie entsteht meist beim Gestalten und nicht beim Schreiben.

Schreibt Fließtext nicht in kleinerer Schrift, damit mehr auf den Bildschirm passt. Prüft eure Seite draußen bei Sonne auf dem Handy.

Punkt 5: Kein Text in Bildern

Die Ankündigung des Feuerwehrfests als Plakatfoto ist für eine Vorlesesoftware leer, und sie ist auf einem Telefon unlesbar.

Schreibt die Angaben in den Text und stellt das Plakat zusätzlich dazu.

Der Test, der zehn Minuten dauert

Diese fünf Handgriffe zeigen die meisten Probleme, ohne dass ihr ein Werkzeug braucht.

  • Schriftgröße im Browser auf 200 Prozent stellen und die Startseite lesen
  • Nur mit der Tabulatortaste durch das Menü gehen: ist immer sichtbar, wo ihr steht
  • Die Seite draußen bei Sonne am Handy aufrufen
  • Einen Beitrag in Graustufen ansehen: sind Verweise noch erkennbar
  • Prüfen, ob die letzten fünf Bilder einen Alternativtext haben

Videos und PDF-Dateien

Ein Video ohne Untertitel ist für gehörlose Menschen leer. Wenn im Video gesprochen wird, schreibt den Inhalt zusätzlich als Text darunter.

Ein eingescanntes Plakat als PDF ist für eine Vorlesesoftware ebenfalls leer. Das betrifft besonders Einladungen und Formulare, also genau die Dateien, auf die es ankommt.

Die einfachste Lösung ist meist die beste: schreibt den Inhalt als normalen Text auf die Seite und hängt die Datei zusätzlich an.

Was ihr nicht selbst lösen müsst

Tastaturbedienung, Fokusanzeige, Vorlesesemantik und Kontraste des Grundgerüsts sind Sache dessen, der die Seite gebaut hat. Fragt danach, bevor ihr euch für eine Lösung entscheidet.

Für verbindliche Auskünfte zur Rechtslage sind der Landesfeuerwehrverband und, bei unternehmensrechtlichen Fragen, die Wirtschaftskammer die richtigen Stellen.

Dieser Beitrag ist eine Orientierung und keine Rechtsberatung. Für eine verbindliche Auskunft fragt euren Landesfeuerwehrverband oder eine Rechtsberatung.

Mehr dazu: Was gehört auf eine Feuerwehr-Website, Feuerwehr-Website erstellen: Schritt für Schritt, Homepage-Baukasten: wo die Grenzen liegen.

Häufige Fragen

Muss eine Feuerwehr-Website barrierefrei sein?

Für Websites öffentlicher Stellen gelten in Österreich besondere Vorgaben. Ob eure Wehr darunter fällt, hängt von Rechtsform und Landesgesetzgebung ab. Fragt dazu euren Landesfeuerwehrverband.

Was können wir selbst tun?

Alternativtexte für Bilder schreiben, Überschriften in der richtigen Reihenfolge verwenden, Verweise verständlich benennen, auf Kontrast und Schriftgröße achten und keinen wichtigen Text nur als Bild einstellen.

Wie prüfen wir das ohne Fachwissen?

Schriftgröße auf 200 Prozent stellen, nur mit der Tabulatortaste navigieren, die Seite bei Sonne am Handy ansehen, einen Beitrag in Graustufen prüfen und nachsehen, ob die letzten Bilder einen Alternativtext haben.

Überzeugt euch selbst.

Offene Demo ansehen oder gleich einen Demo-Termin für eure Wehr buchen.