Feuerwehr-Website erstellen: Schritt für Schritt
Eine Feuerwehr-Website entsteht in sieben Schritten, und der erste ist nicht die Technik. Wer vorher klärt, wer schreibt und was auf die Seite gehört, spart sich später den halben Aufwand.
7 Minuten LesezeitStand: August 2026
Schritt 1: Klärt, wer die Seite betreut
Das ist die Entscheidung, an der die meisten Feuerwehr-Websites scheitern. Nicht an der Technik, sondern daran, dass niemand zuständig ist.
Legt zwei Personen fest. Eine schreibt, eine springt ein. Beide bekommen einen eigenen Zugang. Wenn nur der Schriftführer den Zugang hat und im Sommer auf Montage ist, steht die Seite drei Monate still.
Nehmt die Festlegung ins Protokoll der Ausschusssitzung. Dann ist sie beim nächsten Kommandowechsel nachlesbar.
Schritt 2: Sammelt die Inhalte, bevor ihr baut
Öffnet ein Dokument und tragt zusammen, was ihr schon habt. Fahrzeugdaten, Fotos vom Zeughaus, die Chargenliste, die letzten zehn Einsatzberichte.
Ihr werdet merken, dass die Fotos das Problem sind. Ein Gruppenbild aus 2014 und zwölf verwackelte Handybilder vom Feuerwehrfest reichen nicht. Plant einen Termin ein, an dem ihr die Fahrzeuge bei Tageslicht im Hof fotografiert.
- Fahrzeuge: je ein Foto von schräg vorne, Typ, Baujahr, Besatzung, Ausrüstung
- Mannschaft: Kommando und Chargen mit Funktion und Bild
- Zeughaus: Adresse, ein Außenfoto, Hinweis zum Parken bei Veranstaltungen
- Geschichte: Gründungsjahr, drei bis fünf Sätze, ein altes Foto
- Kontakt: eine E-Mail-Adresse der Wehr, keine private
- Rechtstexte: Impressum und Datenschutzerklärung
Schritt 3: Entscheidet euch für eine Adresse
Die Domain gehört der Feuerwehr, nicht der Person, die sie bestellt. Registriert sie auf die Wehr und hinterlegt eine E-Mail-Adresse, die den Kommandowechsel überlebt.
Kurz ist besser als vollständig. ff-musterdorf.at liest sich am Telefon leichter vor als freiwillige-feuerwehr-musterdorf-noe.at.
Habt ihr schon eine Adresse, behaltet sie. Eine bekannte Adresse ist mehr wert als eine schönere.
Schritt 4: Baut die sechs Bereiche
Jede Feuerwehr-Website braucht sechs Bereiche: Einsätze und Aktuelles, Mannschaft, Fuhrpark, Zeughaus mit Anfahrt, Kontakt, Rechtstexte.
Alles andere kommt später. Eine Seite mit sechs gepflegten Bereichen wirkt vollständig. Eine mit vierzehn Bereichen, von denen neun leer sind, wirkt aufgegeben.
Schritt 5: Schreibt die Rechtstexte, bevor ihr online geht
Impressum und Datenschutzerklärung sind kein Nachtrag. Sie müssen ab dem ersten Tag stehen, an dem die Seite öffentlich erreichbar ist.
Beide Texte müssen zu eurer Seite passen. Eine Datenschutzerklärung, die eine Videoeinbettung beschreibt, die es nicht gibt, ist genauso falsch wie eine, die eine vorhandene verschweigt.
Viele Landesfeuerwehrverbände geben Mustertexte für ihre Wehren heraus. Fragt dort zuerst nach, bevor ihr etwas aus dem Netz kopiert.
Schritt 6: Lasst drei Leute gegenlesen
Gebt die Seite vor dem Start an drei Personen, die nicht daran gebaut haben. Am besten an jemanden aus der Wehr, jemanden aus der Gemeinde und eine ältere Person.
Bittet sie um drei konkrete Aufgaben: die Telefonnummer der Wehr finden, den letzten Einsatzbericht öffnen, den Weg zum Zeughaus heraussuchen. Was dabei hakt, hakt bei allen anderen auch.
Prüft die Seite selbst am Handy. Über achtzig Prozent eurer Besucher kommen mit dem Telefon.
Der häufigste Fehler in Schritt 4
Viele Wehren bauen zuerst die Geschichte aus. Zwanzig Absätze über die Gründung 1893, drei Scans von Urkunden, eine Chronik der Kommandanten seit dem Krieg.
Das ist wertvoll und es ist nicht der Bereich, der Besucher bringt. Baut zuerst die Einsätze, den Fuhrpark und den Kontakt. Die Chronik kommt im zweiten Winter dazu, wenn ohnehin weniger los ist.
Schritt 7: Legt einen Rhythmus fest
Ein Beitrag im Monat reicht. Er muss nicht lang sein. Vier Sätze zur Übung am Freitag und zwei Bilder sind ein Beitrag.
Tragt euch feste Anlässe in den Kalender ein: den Bewerb, die Florianifeier, das Feuerwehrfest, die Jahreshauptversammlung. Das sind vier Beiträge, die jedes Jahr wiederkommen und die ihr schon im Voraus planen könnt.
Mehr dazu: Was gehört auf eine Feuerwehr-Website, Was eine Feuerwehr-Website kostet, Preise ansehen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, eine Feuerwehr-Website zu erstellen?
Der Aufwand liegt fast vollständig beim Sammeln der Inhalte. Wenn Fotos, Fahrzeugdaten und Chargenliste beisammen sind, ist der Aufbau in wenigen Tagen erledigt. Ohne Inhalte zieht sich dasselbe Projekt über Monate.
Wer darf die Feuerwehr-Website betreuen?
Das legt das Kommando fest. Üblich sind zwei Personen mit eigenem Zugang, oft der Schriftführer und ein zweites Mitglied. Wichtig ist, dass die Zuständigkeit im Protokoll steht und beim Kommandowechsel weitergegeben wird.
Braucht eine kleine Wehr überhaupt eine eigene Website?
Ja. Die Gemeinde sucht Kontaktdaten, der Nachwuchs schaut sich die Wehr an, und Einsatzberichte auf einer eigenen Seite bleiben auffindbar. Auf Facebook allein ist beides nach zwei Wochen verschwunden.
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