Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehr: der Einstieg
Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehr beginnt mit einer Zuständigkeit und einem Kalender, nicht mit einer Kamera. Für das erste Jahr reichen zwölf Beiträge und vier feste Anlässe.
7 Minuten LesezeitStand: August 2026
Wofür ihr das macht
Öffentlichkeitsarbeit hat für eine Wehr drei Zwecke, und alle drei sind praktisch.
Sie bringt Nachwuchs. Sie erklärt der Gemeinde, wofür das Budget verwendet wird. Und sie sorgt dafür, dass bei einem Einsatz die richtige Darstellung im Umlauf ist und nicht das Gerücht vom Nachbarn.
Der erste Schritt ist eine Person
Bestimmt ein Mitglied als zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. In vielen Wehren macht das der Schriftführer, das ist in Ordnung.
Wichtig ist, dass es festgehalten wird. Eine Aufgabe, die alle haben, hat niemand.
Gebt der Person zwei Dinge: einen eigenen Zugang zur Website und die Erlaubnis, ohne Rückfrage einen kurzen Bericht zu veröffentlichen. Wenn jeder Beitrag erst freigegeben werden muss, erscheint keiner.
Vier Anlässe, die jedes Jahr wiederkommen
Diese vier stehen schon jetzt in eurem Kalender. Plant sie als Beiträge ein, dann habt ihr ein Drittel des Jahres abgedeckt.
- Jahreshauptversammlung: Zahlen des Vorjahres, neue Chargen, ein Gruppenfoto
- Florianifeier: kurzer Bericht, Ehrungen mit Namen und Funktion
- Bewerb: wer angetreten ist, welches Ergebnis, ein Bild der Gruppe
- Feuerwehrfest: vorher ankündigen, nachher danken
Der Rest: ein Beitrag im Monat
Zwölf Beiträge im Jahr sind ein realistisches Ziel für eine Freiwillige Feuerwehr.
Nehmt, was ohnehin passiert. Eine Übung am Freitag, ein neues Gerät, ein Mitglied mit abgeschlossenem Lehrgang, der Tag der offenen Tür in der Volksschule.
Vier Sätze und zwei Bilder sind ein Beitrag. Wer auf den perfekten Bericht wartet, veröffentlicht keinen.
Wo der Beitrag zuerst steht
Zuerst auf eure eigene Seite, dann in die sozialen Netzwerke. Nicht umgekehrt.
Der Grund ist einfach. Ein Beitrag auf eurer Seite ist in zwei Jahren noch auffindbar. Ein Posting in einer Facebook-Gruppe ist nach zwei Wochen weg.
Auf Facebook verlinkt ihr dann auf den eigenen Beitrag. Damit bleibt die Reichweite und der Inhalt gehört euch.
Was ihr nicht veröffentlicht
Namen von Betroffenen, Kennzeichen, erkennbare Verletzte, Details zur Wohnungslage. Das gilt auch dann, wenn die Angabe in einer Gruppe ohnehin schon kursiert.
Bei Einsätzen mit Todesfolge oder schwerer Verletzung gilt: kurz, sachlich, ohne Bild vom Ereignis. Ein Foto des abfahrenden Fahrzeugs reicht.
Im Zweifel fragt beim Bezirksfeuerwehrkommando nach. Für Vorfälle mit Ermittlungen ist die Polizei die auskunftgebende Stelle, nicht die Wehr.
Der Vorrat für die schwachen Monate
Im Februar und im November passiert wenig. Genau dafür legt ihr einen Vorrat an.
Sammelt über das Jahr Themen, die nicht an ein Datum gebunden sind. Ein Fahrzeug im Porträt, ein Gerät und wofür es gut ist, ein Mitglied mit zwanzig Dienstjahren, die Geschichte hinter einem alten Foto aus dem Zeughaus.
Schreibt sie, wenn ihr Zeit habt, und veröffentlicht sie, wenn ihr keine habt. Drei solche Beiträge im Vorrat tragen euch über jeden ruhigen Monat.
Ein Jahresplan auf einer Seite
Schreibt die zwölf Monate untereinander und tragt die vier festen Anlässe ein. Bei den übrigen acht Monaten notiert ihr nur ein Stichwort.
Hängt das Blatt im Zeughaus auf. Ein Plan an der Wand wird eher befüllt als ein Plan in einer Datei.
Geht ihn einmal im Quartal in der Ausschusssitzung durch. Fünf Minuten reichen, und danach weiß jeder, was im nächsten Vierteljahr ansteht.
Mehr dazu: Pressearbeit nach dem Einsatz, Social Media für Feuerwehren, Mitglieder gewinnen: Nachwuchswerbung.
Häufige Fragen
Wer macht in einer Feuerwehr die Öffentlichkeitsarbeit?
Meist ein festgelegtes Mitglied, oft der Schriftführer. Entscheidend ist, dass die Zuständigkeit im Protokoll steht und die Person ohne Rückfrage einen kurzen Beitrag veröffentlichen darf.
Wie viele Beiträge im Jahr sind realistisch?
Zwölf, also einer im Monat. Vier davon sind die festen Anlässe Jahreshauptversammlung, Florianifeier, Bewerb und Feuerwehrfest.
Sollen wir zuerst auf Facebook oder auf die eigene Seite?
Zuerst auf die eigene Seite, danach mit einem Link darauf in die sozialen Netzwerke. So bleibt der Beitrag dauerhaft auffindbar und der Inhalt gehört der Wehr.
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