Pressearbeit nach dem Einsatz: Zusammenarbeit mit Medien
Nach einem größeren Einsatz meldet sich die Presse, oft noch während des Aufräumens. Wer vorher weiß, wer spricht und was gesagt wird, kommt ohne Ärger durch.
7 Minuten LesezeitStand: August 2026
Klärt vorher, wer spricht
Legt in der Wehr fest, wer gegenüber Medien Auskunft gibt. Üblich sind der Kommandant, sein Stellvertreter und die Person für Öffentlichkeitsarbeit.
Alle anderen verweisen freundlich weiter. Das ist kein Misstrauen, sondern schützt die Mitglieder. Ein Satz am Einsatzort, aus dem Zusammenhang gerissen, steht am nächsten Tag in der Zeitung.
Sagt das einmal im Jahr in der Übung an. Dann weiß es auch der neue Kamerad.
Wo eure Zuständigkeit endet
Die Feuerwehr gibt Auskunft über den eigenen Einsatz: Alarmierungszeit, eingesetzte Kräfte, Fahrzeuge, durchgeführte Maßnahmen, Dauer.
Alles, was Ursache, Schuld, Schaden oder Personen betrifft, ist Sache der Polizei oder der Behörde. Verweist dorthin, auch wenn ihr eine Vermutung habt.
Der Satz dafür ist kurz: "Zur Ursache kann die Feuerwehr keine Auskunft geben, das ermittelt die Polizei." Damit ist das Gespräch an dieser Stelle sauber beendet.
Die Kurzmeldung, die ihr selbst schreibt
Schreibt nach jedem größeren Einsatz eine kurze Meldung auf eure Website. Damit habt ihr eine Fassung, auf die ihr verweisen könnt.
Sechs Angaben reichen, und sie stehen in dieser Reihenfolge.
- Wann: Datum und ungefähre Uhrzeit der Alarmierung
- Wo: Ortsteil oder Straßenzug, keine Hausnummer
- Was: Einsatzstichwort in Alltagssprache, etwa Zimmerbrand oder Fahrzeugbergung
- Wer: eigene Wehr, weitere alarmierte Wehren, Rettung und Polizei
- Womit: eingesetzte Fahrzeuge und ungefähre Mannschaftsstärke
- Wie lange: Einsatzdauer und Zeit der Rückkehr ins Zeughaus
Was nicht hineingehört
Keine Namen von Betroffenen, keine Kennzeichen, keine Hausnummern, keine Schadenssummen. Auch nicht dann, wenn beides ohnehin im Ort bekannt ist.
Keine Wertungen. "Glücklicherweise" und "leider" gehören nicht in eine Einsatzmeldung. Sachlich zu bleiben ist der Unterschied zwischen einer Meldung und einem Kommentar.
Bei schweren Einsätzen mit Verletzten oder Todesfolge gilt: sehr kurz, ohne Bild vom Ereignis, ohne Details. Ein Foto des abfahrenden Fahrzeugs oder gar keines.
Der Umgang mit der Bezirkszeitung
Baut den Kontakt auf, bevor ihr ihn braucht. Ein Anruf beim Redakteur der Bezirkszeitung im Jänner ist mehr wert als drei Anrufe nach einem Großeinsatz.
Bietet an, dass ihr bei Einsätzen von selbst eine Kurzmeldung schickt. Redaktionen nehmen das gerne an, weil es ihnen Arbeit spart.
Schickt Fotos in guter Auflösung und nennt dazu, wer sie gemacht hat und dass sie verwendet werden dürfen. Ein Bild ohne diese Angabe wird nicht gedruckt.
Wenn etwas falsch berichtet wurde
Ruft zuerst an, bevor ihr öffentlich reagiert. Die meisten Fehler entstehen aus Zeitdruck und werden korrigiert, wenn man freundlich darauf hinweist.
Sammelt die Richtigstellung nicht in einer Facebook-Diskussion. Das verbreitet die falsche Fassung weiter.
Wenn eine Meldung ernsthaft geschäftsschädigend oder ehrenrührig ist, informiert das Bezirksfeuerwehrkommando. Dort gibt es Erfahrung mit solchen Fällen.
Fotos für die Zeitung
Redaktionen brauchen Bilder im Querformat und in voller Auflösung. Ein Bild aus einer Chatgruppe ist dafür zu klein.
Schickt zwei bis drei Bilder, nicht zwanzig. Nennt zu jedem, wer es aufgenommen hat, und schreibt dazu, dass die Wehr der Verwendung zustimmt.
Für die Bildauswahl gelten dieselben Grenzen wie für eure eigene Seite. Ein Bild, das ihr selbst nicht veröffentlichen würdet, gebt ihr auch nicht weiter.
Die Mappe im Zeughaus
Legt ein Blatt in den Einsatzordner: die drei auskunftsberechtigten Personen mit Telefonnummer, der Verweissatz zur Polizei, die sechs Angaben der Kurzmeldung.
Das ist Pressearbeit für eine Freiwillige Feuerwehr. Mehr braucht es im Normalfall nicht.
Mehr dazu: Einsatzbericht schreiben: Aufbau und Formulierungen, Fotografieren im Einsatz: was erlaubt ist, Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehr: der Einstieg.
Häufige Fragen
Wer gibt bei der Feuerwehr Auskunft an die Presse?
Das legt die Wehr fest, üblich sind Kommandant, Stellvertreter und die Person für Öffentlichkeitsarbeit. Alle anderen verweisen an diese drei weiter.
Darf die Feuerwehr etwas zur Brandursache sagen?
Nein. Ursache, Schuld und Schadenshöhe ermittelt die Polizei oder die zuständige Behörde. Die Feuerwehr gibt nur über den eigenen Einsatz Auskunft.
Was gehört in eine Einsatzmeldung an die Zeitung?
Wann, wo grob, was, wer war im Einsatz, mit welchen Fahrzeugen und wie lange. Keine Namen, keine Kennzeichen, keine Hausnummern, keine Schadenssummen.
Überzeugt euch selbst.
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