Feuerwehr-Homepage: Beispiele, die Maßstab setzen
Gute Feuerwehr-Homepages haben sieben Dinge gemeinsam, und keines davon ist das Design. Wer sie kennt, kann die eigene Seite in zehn Minuten bewerten.
6 Minuten LesezeitStand: August 2026
Der Test, bevor ihr Beispiele anschaut
Öffnet eure eigene Seite am Handy. Stoppt dreißig Sekunden.
Beantwortet danach drei Fragen: Wann war der letzte Einsatz, wie erreicht man die Wehr, und wo steht das Zeughaus. Wenn eine davon offen bleibt, wisst ihr, wo ihr ansetzt.
Merkmal 1: Der letzte Beitrag ist aus diesem Monat
Das ist das stärkste Signal einer Feuerwehr-Homepage. Ein Besucher schließt vom Datum auf die Wehr.
Eine Seite, deren letzter Eintrag vom Florianitag des Vorjahres stammt, wirkt wie ein Zeughaus mit geschlossenem Tor.
Merkmal 2: Die Einsatzberichte sind kurz
Gute Berichte haben vier bis sechs Sätze. Was war, wo, wer war da, wie lange.
Lange Berichte werden nicht geschrieben. Das ist der eigentliche Grund, warum kurze besser sind.
Merkmal 3: Die Fotos sind eigene
Stockfotos von amerikanischen Löschfahrzeugen erkennt jeder in eurer Gemeinde sofort.
Ein Foto vom eigenen Rüstlöschfahrzeug im Hof, bei Tageslicht, schlägt jedes gekaufte Bild.
Merkmal 4: Die Mannschaft hat Gesichter
Kommando und Chargen mit Bild und Funktion. Das ist der Bereich, den der Nachwuchs anschaut.
Kontaktdaten stehen nur dort, wo die Person zugestimmt hat. Eine private Handynummer, die einmal im Netz steht, bleibt dort.
Merkmal 5: Der Fuhrpark hat Daten, nicht nur Bilder
Typ, Baujahr, Besatzung, Aufbau, Beladung in Stichworten. Das liest die Nachbarwehr, der Nachwuchs und gelegentlich der Bezirk.
Ein Foto ohne Daten ist ein Foto. Ein Foto mit Daten ist eine Auskunft.
Merkmal 6: Die Anfahrt steht auf der Seite
Adresse, eine Karte, und wo man beim Feuerwehrfest parkt. Das sind drei Zeilen, die jedes Jahr Dutzende Anrufe sparen.
Merkmal 7: Die Seite funktioniert am Telefon
Schrift lesbar ohne Zoomen, Menü mit dem Daumen bedienbar, Telefonnummer antippbar.
Das ist kein Zusatz. Die meisten eurer Besucher kommen mit dem Handy, oft direkt aus einer Facebook-Gruppe heraus.
Was auf guten Seiten fehlt
Auffällig ist, was auf den besten Feuerwehr-Homepages NICHT steht. Kein Gästebuch, kein Besucherzähler, keine Startseite mit Begrüßungsanimation.
Auch keine Bildergalerie mit vierhundert Fotos vom Fest 2019. Zwölf gute Bilder werden angeschaut, vierhundert nicht.
Und kein Menüpunkt "Links" mit dreißig Verweisen auf Seiten, von denen die Hälfte nicht mehr existiert. Jeder dieser Punkte kostet Pflege und bringt nichts.
Eine Sache, die selten jemand macht
Schreibt auf die Kontaktseite, was im Notfall zu tun ist: 122 wählen, nicht die Wehr anrufen.
Das klingt selbstverständlich und ist es nicht. Bei jeder Wehr rufen Leute im Ernstfall die Nummer an, die sie auf der Website gefunden haben.
So findet ihr echte Beispiele
Schaut bei den Nachbarwehren im Bezirk. Deren Seiten stehen meist auf der Seite des Bezirksfeuerwehrkommandos verlinkt.
Prüft drei bis fünf davon mit dieser Liste und schreibt euch auf, was euch gefallen hat.
Schaut euch zusätzlich die Seite des eigenen Landesfeuerwehrverbandes an. Dort ist meist gut zu sehen, wie Einsatzberichte und Terminlisten aufgebaut sind, wenn viel davon zusammenkommt.
Wichtig beim Vergleichen: bewertet nicht das Design. Eine schlichte Seite mit aktuellen Berichten ist besser als eine aufwendige, auf der seit einem Jahr nichts steht.
- Letzter Beitrag: aus welchem Monat
- Einsatzbericht: wie viele Sätze
- Fotos: eigene oder gekaufte
- Mannschaft: mit Bild und Funktion
- Fuhrpark: mit Daten
- Anfahrt: Adresse und Karte vorhanden
- Handy: ohne Zoomen lesbar
Mehr dazu: Was gehört auf eine Feuerwehr-Website, Einsatzbericht schreiben: Aufbau und Formulierungen, Demo ansehen.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich eine gute Feuerwehr-Homepage?
Am Datum des letzten Beitrags, an kurzen Einsatzberichten, an eigenen Fotos, an einer Mannschaft mit Bild und Funktion, an Fahrzeugdaten, an einer sichtbaren Anfahrt und daran, dass alles am Handy lesbar ist.
Dürfen wir das Design einer anderen Feuerwehr übernehmen?
Den Aufbau könnt ihr euch abschauen, das ist üblich und sinnvoll. Texte, Fotos und fertige Gestaltungen gehören der anderen Wehr oder ihrem Dienstleister. Fragt an, bevor ihr etwas übernehmt.
Überzeugt euch selbst.
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